Die 12. Auflage des bewährten Handbuchs aus dem Werner-Verlag warnt vor juristischen "Risiken und Nebenwirkungen" die auf den Architekten im Bauverlauf lauern. Der Titel bietet einen guten Überblick über alle haftungsrelevanten Fragen. Hier findet der Praktiker auch dann Lösungsansätze, wenn noch keine gesicherte Rechtsprechung vorliegt. Rechtsstand der aktuellen Auflage ist Herbst 2025.
Rechtssicher in der „Zielfindungsphase“
Die neue Auflage bietet erstmals umfassende Orientierungshilfe zu einer der größten Haftungsfallen im aktuellen Bauvertragsrecht: der Zielfindungsphase.
- Die Verfasser analysieren die neuesten Tendenzen zur Haftung des Architekten, wenn dieser beim Projektstart die Planungsgrundlage erst noch mit dem Bauherrn erarbeiten muss.
- Nutzen: Da Fehler in dieser frühen Phase das gesamte Projekt gefährden können, liefert das Werk konkrete Lösungsansätze, um Haftungsrisiken bei der Bedarfsplanung und der Kostenschätzung von vornherein zu minimieren.
Neues zu Mängelrechten
Ein zentraler Schwerpunkt der 12. Auflage ist die Aufarbeitung der neuesten Rechtsprechung zum Mängelrecht im Architektenvertrag.
- Die Neuauflage geht detailliert auf die hochrelevanten Fragen der Unmöglichkeit und Zumutbarkeit der Nacherfüllung ein. Zudem wird die aktuelle Rechtsprechung zu Beschaffenheitsvereinbarungen (§ 633 Abs. 2 BGB) erläutert.
- Nutzen: Architekten und Anwälte erhalten präzise Argumentationshilfen für die Frage, wann ein Planungsfehler tatsächlich eine Nachbesserung erfordert und wann der Architekt vor unverhältnismäßigen Forderungen des Bauherrn geschützt ist.
Im Blickpunkt: Versicherungsschutz
In der aktuellen Auflage wurde der Bereich Versicherungsschutz "runderneuert".
- Erstmals werden moderne Projektabwicklungsformen wie die Integrierte Projektabwicklung (IPA) und deren Auswirkungen auf die Haftpflichtversicherung praxisgerecht behandelt. Auch die Risiken durch berufsbildfremde Tätigkeiten wurden neu eingeschätzt.
- Nutzen: In Zeiten komplexer werdender Baustrukturen schützten diese Informationen Planer davor, in Projekte einzusteigen, deren Haftungsrisiken durch herkömmliche Berufshaftpflichtversicherungen nicht mehr ausreichend abgedeckt werden.
Behandelte Themen (mit Lösungsvorschlägen!):
- Architektenvertrag
- Bauen im Bestand
- Leistungsphasen 1 bis 4
- Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe
- Objektüberwachung
- Kosten und Termine
- Vollmacht
- Abnahme
- Mängel am Architektenwerk
- Kündigung / vorzeitige Vertragsbeendigung
- Versicherung der Haftung
Vorwort der Herausgeber (Auszug)
"Die 12. Auflage befasst sich ausführlich in sämtlichen Kapiteln mit der Rechtsprechung und Literatur, die zur Werkvertragsrechtsreform ergangen ist. Die Neufassung der HOAI 2021 betrifft zwar in erster Linie das Honorarrecht, bleibt jedoch nicht ohne Auswirkungen auf das Verständnis des § 650p BGB. Denn dessen Konstruktion mit der Offenheit bzgl. der nach dem Stand der Planung und der Ausführung geschuldeten Leistungen bedarf notwendig der Ergänzung durch die Leistungsbilder Objektplanung Gebäude, Ingenieurbauwerke und Technische Ausrüstung. § 650p BGB bietet eine Lösung für Vertragsschlüsse in der Zielfindungsphase, schließt andere Lösungen jedoch nicht aus, weswegen unterschiedliche Vertragskonstruktionen möglich sind: Gerade bei Planungsleistungen im Bestand, die sich dadurch auszeichnen, dass ohne Zustandsfeststellung und Bewertung Planungs- und Überwachungsziele nicht vereinbart werden können, bietet § 650p Abs. 2 BGB abweichende Vertragsschlussmöglichkeiten…"
Abstract mit Ergänzungen von Ralf Borowski
Juristische Fachbuchhandlung am Landgericht